Matthias

Die Kfz-Werkstatt in der Homburger Landstraße in
Frankfurt – Bonames war sein zweites Zuhause.

In seinem Beruf ist er völlig aufgegangen.

Es gab kein technisches Problem, das er nicht lösen konnte, und sein Herz schlug vor allem für Alfa Romeo.

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Oft kamen Bekannte auch einfach so bei ihm vorbei, auf einen Espresso oder um sich auszusprechen. Matthias hat für jedes Problem ein offenes Ohr gehabt.

Matthias Hanfmann, wie ihn seine Freunde und viele Menschen aus dem Stadtteil in Erinnerung haben.Matthias Hanfmann,
wie ihn seine Freunde und
viele Menschen aus dem Stadtteil
in Erinnerung haben.

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Der 27.03.2007 verändert das Leben der beiden von Grund auf.

Als Matthias direkt vor seiner Werkstatt die Straße überquert, erfasst ihn ein Linienbus. Kurz zuvor war dort die Straßenführung geändert worden. Mit schwersten Kopfverletzungen wird er ins Krankenhaus gebracht – seitdem liegt er im Wachkoma.

In den ersten fünf Monaten wurde er neun (!) mal operiert und immer wieder gab es schwere Rückschläge, es ging um Leben und Tod.

Was er in dieser Zeit durchgemacht hat, kann wohl niemand erahnen, aber Matthias hat sich für das Leben entschieden!

Es folgte eine Früh-Reha in der Asklepios Klinik Bad König, anschließend eine Zeit bei PIW gegen Ende 2007 und in 2008 (www.piw-ev.de). Seitdem geht es stetig aufwärts, Stück für Stück kommt ein bisschen „der alte” Matthias zum Vorschein. Er ist wacher und manchmal kann man an seiner Mimik genau ablesen, was in ihm vorgeht. Mit Hilfe eines Stehpultes kann er längere Zeit aufrecht stehen. Wer seine Entwicklung verfolgt hat, weiß, was für ein Fortschritt das ist.

Im April 2009 ein erneuter Rückschlag. Matthias musste nochmal operiert werden, weil die Schädelknochen auf beiden Seiten zu tief eingefallen waren. Für die OP wurde er von Katja am 21.April ‘09 von Bergneustadt zur BGU nach Frankfurt gebracht und am 24.April operiert. Die OP wirft Matthias total zurück.

Der 2009er Abschluss ist dann erfreulich. Wir haben es endlich geschafft und Matthias ist am 23.Dezember 2009 “auf letzter Rille” -wie er immer zu sagen pflegte- nach Hause zurückgekehrt.

Es ist zwar noch nicht alles fertig, aber wir arbeiten daran. Heiligabend gab es sein Leibgericht: SPAGHETTI MIT TOMATENSUGO. Natürlich in seiner neuen Werkstattküche zubereitet, ordentlich püriert durch die Magensonde, aber 1000mal besser als die übliche Sondenkost.

An den Feiertagen sind wir durch Bergen (seine Heimat) spazierengegangen. Alles natürlich viele alte und dennoch neue Eindrücke für Ihn haben die erwarteten emotionalen Impulse ausgelöst und arbeiten weiterhin kräftig und sichtbar in Ihm weiter.

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Sein Sylvester verbrachte er friedlich schlummernd in seinem Bett. Das stundenlange Getöse in dieser Nacht ging gänzlich an Ihm vorbei.

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An Neujahr gab es traditionell Rippchen mit Sauerkraut & Kartoffeln (..wieder püriert) und einen Espresso, damit er dieses Jahr keine Geldsorgen haben soll. (Alter Frankfurter Brauch)

Nach knapp 3 verdammt langen Jahren haben wir eine wichtige Etappe geschafft. Ich muß nicht mehr aus dem Haus um Ihn zu sehen und wir können endlich unseren Alltag auf Matthias ausgerichtet gestalten. Es ist für Matthias eine neue Situation, auf die er sich noch einstellen muss, und wir werden noch viel Zeit benötigen.

Alles in allem aber ein positiver Abschluß in 2009 und gute Voraussetzungen für die Zukunft.

1000 Dank für Eure Unterstützung
Katja & Matthias

4 thoughts on “Matthias

  1. Hallo Katia und Matthias,
    habe vom Schicksal von Matthias
    erst vor kurzem gehört.Mich macht das sehr traurig.Wir waren bis Ende der 80er Jahre dicke Freunde.Haben Tag und Nacht zusammen Mopeds repariert und frisiert.
    Ich kannte auch die Eltern von Matthias sehr gut.Mit all dem was dazu gehörte…War damals zeitweise täglich über Stunden mit ihm hinten in der Druckerei in seiner Mopedwerkstatt.War damit genauso fanatisch wie er.Wir haben sogar einmal für einen Tag unsere eigenen Mopeds getauscht.Das hört sich heute sehr normal an,für uns bedeutete das damals so viel als würde man seine Frau für kurz Zeit tauschen…Wir haben uns nach der Meisterschule aus den Augen verloren.Ihre denke heute das es zu 100% meine Schuld war.Ich habe mich nach der Schule nicht selbstständig gemacht,sondern habe eine Stelle bei einem großen AUDI Betrieb in Frankfurt angenommen.Mein Fehler war aus heutiger Sicht, daß ich um Matthias zu Besuchen mit meinem damaligen Audi A8 voller
    Stolz ein paar mal vorgefahren bin.Das hätte ich nicht machen sollen.
    Matthias brach den Kontakt darauf hin ab, in dem er sich nicht mehr bei mir meldete.Was ich auch verstehen kann.Ich weiß nicht wie ich mich jetzt weiter verhalten soll, da ich den aktuellen Zustand von Matthias leider nicht kenne.Ich schreibe diese Zeilen gerade unter Tränen…
    Würde mich über irgend ein Feedback sehr freuen.Güße unbekannter weiße an
    Dich und vor allem an Matthias

    Kai

  2. Hallo Katja und Matthias, ich finde eure Website so lebensbejahend und gut für mich und meine Tochter. Was ihr durchgemacht habt – unbeschreiblich! Ich wünsche euch für euren weiteren Weg alles alles Gute und denkt immer daran, dass es jeden Tag ein klein wenig nach vorne geht. Ich bin tief getroffen von eurem Schicksal, habe aber Hochachtung vor eurem Mut und eurer Zuversicht. Bleibt so…, ich drücke euch die Daumen und werde immer an euch denken.
    Ganz liebe Grüße aus Hattingen
    Manuela mit Aileen

  3. Lieber Matthias, damit Dein diesjähriger Geburtstag nicht ohne einen herzlichen Gruß von mir vorübergeht, schreibe ich rechtzeitig und bitte Katja, Dir diese Zeilen am 5. vorzulesen. Ich verfolge diese Seite und erfreue mich an jedem kleinen Fortschritt, über den Katja berichtet. Für Dein neues Lebensjahr wünsche ich Dir, dass es wieder ein Stückchen weiter nach vorne geht, und Du immer etwas mehr am Leben teilhaben kannst, dass weiterhin Menschen um Dich sind, die Dir Gutes tun, Dich auf Deinem Weg begleiten und dazu beitragen, Hindernisse für Dich aus dem Weg zu räumen.
    Häufig denke ich an Dich und schicke kleine Bitten “nach oben”, dass die Besserung voranschreitet und Dir die Gesundheit zurückgegeben wird.
    Mir fehlen die kleinen gemeinsamen Schraubeinheiten an meinem Auto und die Gespräche über Gott und die Welt, die wir dabei führten.
    Einen herzlicen Gruß an Katja und Dich mit vielen guten Wünschen für Euch!

  4. Hallo Katja und Matthias!

    Ich habe mich sehr über eure Weihnachtskarte gefreut.Wie schön dass ihr an mich gedacht habt.An euch denke ich sehr oft,weil ich in meiner Praxis an der Pinnwand ein Bild von Matthias und mir und ein Bild von Katja, Mechthilde und mir hängen habe.Wie ich sehe und lese geht es euch beiden Gott seidank wieder besser. Ihr macht dass genau Richtig.Hochachtung vor eurem Mut und Tatkraft. Ich denke Ihr seid ein gutes Beispiel für viele Menschen denen es genau so geht. Nun wünsche ich euch auch ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2011Liebe Grüße aus Bergneustadt Angelika

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